Familie und Arbeit global gesehen

Arbeit, Liebe und das Leben im Allgemeinen

Di

07

Nov

2017

Über den Wahnsinn der frühkindlichen Elitenförderung

 

Meine Töchter betreiben Leistungssport. Jeden Tag nach der Schule schrauben sie auf der Eisfläche Pirouetten, springen Axel und probieren sich am Doppel-Lutz, fallen hin und stehen immer wieder auf. Wenn sie die Schlittschuhe wieder ausziehen, leuchten ihre Augen, meistens zumindest. Sie machen Quatsch mit ihren Freundinnen, seifen sich mit künstlichem Schnee ein und haben den manchmal nervigen Schulalltag schnell vergessen. Doch was sicherlich viel Spaß macht, ist gleichzeitig hart erarbeitetes Kunsthandwerk. Jeder, der schon einmal auf Schlittschuhen gestanden hat, weiß, wie schwierig es ist, nur ein paar Schritte rückwärts zu fahren, ohne sich das Steißbein zu prellen.

 

mehr lesen

Mi

25

Okt

2017

Der eigene Mann als Karriere-Hindernis

 

Na gut, es soll sie durchaus noch geben: Männer, die mit dem Erfolg ihrer eigenen Partnerin absolut nicht klarkommen. Doch  für die meisten arbeitenden Herren sind Karrieresprünge der Liebsten inzwischen glücklicherweise kein Grund mehr, an der eigenen Männlichkeit zu zweifeln. Sie halten das in der Regel gut aus, freuen sich über die volle Familienkasse, klatschen inbrünstig Beifall und unterstützen ihre Partnerin gerne, allerdings unter einer Bedingung: Ihre Bemühungen dürfen nicht mit der eigenen Karriere kollidieren. Denn an diesem Punkt stoßen  viele männliche Karriere-Strebende schnell an die Grenzen ihrer Aufgeklärtheit. Ihr den Rücken freizuhalten, wie es seit Jahrhunderten Frauen für ihre Männer getan haben und noch immer tun: Das ist ein Konzept, mit dem sich bisher nur sehr wenige anfreunden können und auch nicht müssen. Denn Frauen wären bereits sehr glücklich über das Prinzip 50/50, was heißt: Für jeden gelten die gleichen Bedingungen. Bisher ist ER ist in der Regel immer noch ein wenig gleicher.

mehr lesen

Do

12

Okt

2017

Ist das denn erlaubt? Über Neustarts im mittleren Alter

Freunde aus Stockholm haben vor kurzem ein Plattenlabel gegründet. Viele Jahre des Komponierens, Übens, Spielens wollen sie in handfeste Werke packen und dabei künstlerisch die volle Kontrolle behalten. Sie alle haben in anderen Branchen längst ihren Weg gemacht, aber immer davon geträumt, die Musik – natürlich neben ihren Familien – in den Mittelpunkt ihres Lebens zu rücken und vor allem eines: dabei unabhängig zu sein und nicht im Würgegriff eines großen Labels. Als mein Mann und ich das erste von unseren Freunden produzierte Musikvideo über Facebook teilten, gab es viel „nice“ und „cool“ und „Ahhh!!“, aber auch den Kommentar: „Die sind ja gar nicht mehr so jung! Ist das denn überhaupt erlaubt?“

Na gut, die Künstler sind nicht mehr 20. Sie sind ein wenig ergraut, kommen aber trotzdem knackig und vor allem interessant daher. Sie  wirken noch immer wie Jungs, die sich in der Garage gerne zum Jammen treffen, allerdings mit ein wenig Lebenserfahrung hinter den graumelierten Schläfen und nicht mit dem verwirrten Blick eines zugedröhnten 20jährigen, der noch nicht so richtig weiß, wo die Reise hingeht. Was zählt, ist der Output, in diesem Fall die Musik, und die ist richtig gut.

 

mehr lesen

Do

06

Okt

2016

Arbeiten, Mensch bleiben

 

"Der Computer arbeitet deshalb so schnell, weil er nicht denkt“, schrieb einst der Journalist und Satiriker Gabriel Laub. Und auch Herr Virchow, nach dem viele Kliniken benannt sind, erkannte früh: „Es wird ja fleißig gearbeitet und viel mikroskopiert, aber es müsste mal wieder einer einen gescheiten Gedanken haben.“ Menschen sind keine Maschinen. Ebenso ist ihre Arbeitskraft rational nur bedingt berechenbar.

 

mehr lesen 0 Kommentare

Di

13

Sep

2016

Warum Burnout keine Privatangelegenheit sondern Chefsache ist

Ich muss zugeben: Es gibt im Feld der Arbeitswissenschaften einige Studien, bei denen man schon anhand der Eingangsfrage das Ergebnis erraten kann. Dazu gehört beispielsweise die Forschungserkenntnis, dass Menschen mit einer 30-Stunden-Woche weniger gestresst sind und sich besser konzentrieren können als diejenigen, die 50 Stunden in der Woche arbeiten. In diese Kategorie fällt auch die Einsicht, dass cholerische Chefs im Unternehmen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

 

mehr lesen 1 Kommentare